Alt-Owen Förderkreis e.V.
Die Obere Kelter
Die Obere Kelter war mit Ausmaßen von 19 auf 39 Meter von beeindruckender Größe. Ihre Bauzeit fällt in die Mitte des 15. Jahrhunderts, wie ein dendrochronologischen Gutachten ausweist. Sie war vollständig aus Eichenholz abgezimmert und das Westwerk des Gebäudes lag auf der Mauer der Brustwehr der Stadtmauer auf. Der Überlieferung zufolge hatte sie einst sieben Kelterbäume.


Die Obere Kelter einst ...

... und das an der gleichen Stelle errichtete
neue Gebäude. Die stehengebliebene
Stadtmauer wurde in den Neubau integriert.
Da, wo die Obere Kelter einmal stand, befindet sich heute das Notariatsgebäude. Die Rebflächen wurden im Lauf der Zeit kleiner, Rebkrankheiten ließen den Weinanbau weiter zurückgehen und so wurde das Keltergeschäft in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts gänzlich aufgegeben. Die Zerstörung von 54 Gebäuden in Owen in den letzten Tagen des Zweiten Welkrieges tat ein Übriges. Man war froh, dass man in den großen Kelterräumen die Ställe für Farren und Schafe, Heu- und Strohvorräte unterbringen konnte.

1953 wurde die Kelter abgebrochen. Angeblich war sie zu baufällig geworden und bedrohte die unter der Stadtmauer liegenden Häuser. Bei den Abbrucharbeiten stellte sich allerdings heraus, dass sie ein Meisterwerk der Zimmermannskunst darstellte. So verlor Owen mit seiner altehrwürdigen Kelter ein markantes Wahrzeichen der jahrhundertealten Tradition im Weinbau.

Einige Spuren haben sich aber doch erhalten. Zur Aufbewahrung vom Wein, der nicht von der Presse weg verkauft wurde, waren große Keller notwendig. Eine ganze Anzahl von Kellern hat sich unter Owener Häusern erhalten wie z.B. der ehemalige „Kastenkeller“ und der Keller unter dem Bürgerhaus. Sie befinden sich alle in der Nähe des Platzes, an dem einst die Obere Kelter stand.

Der Abbruch wurde von Fritz Nuffer fotografisch festgehalten. Mit einem Klick auf Abbruch der Oberen Kelter gelangen Sie zu den Abbildungen, die das Ende des einstmals stolzen Gebäudes dokumentieren.


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